Der Vix Index

Angstmesser, feargauge oder VIX - so wird der Volatility Index des Chicago Board Options Exchange (kurz CBOE) oft bezeichnet. Der Vix Index misst, glaubt man Investoren und Analystinnen sowie allen

Veröffentlicht am 10.01.2022

Angstmesser, feargauge oder VIX - so wird der Volatility Index des Chicago Board Options Exchange (kurz CBOE) oft bezeichnet. Der Vix Index misst, glaubt man Investoren und Analystinnen sowie allen, die Portfolios managen, Marktrisiko und Angst. Als Indikator für Stress nutzen sie den Index, um über Investitionen zu entscheiden. Bis ins Jahr 1993 geht die Geschichte des Volatilitätsindexes zurück, der heute als Indikator für die Stimmung der US-Börse nicht mehr wegzudenken ist.


Was misst der Vix Index?

Der Index ist ein mathematisches Maß, das die Marktvolatilität anzeigt. Abgeleitet wird er von den Kursinformationen des Optionshandels auf den S&P 500 Index. Enthalten im Index sind die Aktien der 500 größten Unternehmen, die in den USA gelistet sind. Der Index bildet also extrem viele unterschiedliche Unternehmen ab, weshalb der VIX als Kenngröße für Marktrisiko und Stimmung angesehen werden kann.

Ein zweiter Begriff, der für die Nutzung des Vix Indexes bekannt sein muss, ist der Volatilität. Als Volatilität bezeichnet man das statistische Maß, das die Streuung der Kurse für einen Marktindex oder für ein Finanzinstrument angibt. Eine hohe Volatilität zeigt immer an, dass das Finanzinstrument mit einem hohen Risiko behaftet ist. Denn die Volatilität berechnet sich aus der Streuung des Kurses über einen großen Bereich von Werten.

Kurse werden als stark volatil bezeichnet, wenn sich innerhalb kurzer Zeiträume extrem in die eine und in die andere Richtung verändern. Ein Finanzinstrument ist dagegen stabil, wenn sich die Kurse nicht so stark ändern und die Volatilität gering ausfällt.

Weil der Volatilitätsindex VIX die Erwartungen des Marktes hinsichtlich der Intensität der Schwankungen (die sogenannte implizite Volatilität) für die kommenden 30 Tage in Echtzeit wiedergibt, bezeichnet man den Vix Index auch als Angstbarometer.

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Es gibt eine Art Bemessungsgrenze, ab der ein Kurs als volatil bezeichnet wird. Die liegt bei etwa einem Prozent in beiden Richtungen.

Seit wann gibt es den VIX Index?

Den Vix Index gibt es seit 1993. Bis heute konnte sich der Index als Maß für die Volatilität der US Börse weltweit etablieren. Ursprünglich wurde der Volatilitätsindex allerdings gar nicht mit den S&P 500 ermittelt, sondern mithilfe des S&P 100. Er galt als Maß für die implizite Volatilität von acht Aktienoptionen, deren Basispreis dem aktuellen Kurs der Aktie gleich ist (sogenannte Put- und Call-Optionen) "at the money".

Erst im Jahr 2003 beschloss das CBOE zusammen mit Goldman Sachs, die Berechnung des Vix anders zu gestalten. Seitdem wird der Volatilitätsindex auf der Basis der S&P 500 berechnet. Die neue Ausrichtung sollte es ermöglichen, die Erwartungen der Anleger und Anlegerinnen bezüglich der künftigen Volatilität noch besser zu berechnen.


Welche Funktionen und Möglichkeiten mit dem Index gibt es?

Zu den Möglichkeiten, die der Index bietet, gehört die sogenannte Vix-Option. Als Optionen bezeichnen wir Finanzderivate. Sie geben dem Inhaber oder der Inhaberin die Möglichkeit, künftig zu kaufen oder zu verkaufen. Wie hoch die Vix-Option bepreist ist, hängt vom aktuellen Kurs ab. Genauer ausgedrückt: Der Preis berechnet sich aus der Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs eines Basiswerts künftig ein bestimmtes Niveau erreichen wird.

Noch ein Fachbegriff: Das nennt sich dann Strike-Preis oder Ausübungspreis. Und damit ist auch klar: Der Vix-Index ist zukunftsorientiert. Abgelesen wird immer die erwartete Volatilität für die nächsten 30 Tage. Hier ist das Stichwort implizite Volatilität wichtig. Implizite Volatilität bedeutet, dass der Vix Chart, ausgehend von einem Basiswert, die Volatilität bereits in sich trägt. Das hat etwas damit zu tun, wie sich der Vix Chart aus dem Basiswert errechnet.

VIX Index CBOE Volatility

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Als den Basiswert bezeichnen wir im Finanzwesen das Wirtschaftsobjekt, das einem Kassa- oder Termingeschäft als Basis dient. Der Basiswert ist also der Wert, von dem der Handel als Basis ausgeht. Der Basiswert ist damit nicht speziell dem Vix Index zugeordnet, sondern auch Wertpapiere wie Staatsanleihen und Aktien kennen den Basiswert. Edelmetalle, Swaps und alle anderen handelbaren Finanzinstrumente kennen den Basiswert ebenfalls.

Aber auch die sogenannten Commodities wie Waren und Rohstoffe (Getreide, Zucker, Rohöl, Strom und so weiter) kennen einen Basiswert. Der Begriff Basiswert gehört also zu den im Trading immer benötigten Grundlagen, und zwar nicht nur beim CBOE Volatility Index.


Wie wird der Vix Index berechnet?

Man kann die Funktionsweise des CBOE Volatility Index auf eine einfache Formel herabbrechen: Es handelt sich um einen Durchschnitt der Kurse für die Kaufoptionen und Verkaufsoptionen der S&P 500. Um die Möglichkeiten genauer zu verstehen, sehen wir uns an, wie die Volatilität berechnet wird.

Dazu gibt es zwei Ansätze. Einerseits kann die historische Volatilität berechnet werden. Dazu erstellt man Statistiken zu den Preisen, die in der Vergangenheit in einem bestimmten Zeitraum erzielt wurden. Bei dieser Art der Berechnung misst man die Volatilität als Standardabweichung oder als Varianz, die zwischen den Renditen derselben Wertpapiere oder des Marktindexes besteht.

Beim zweiten Ansatz geht man nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft. Wir gehen von der Annahme aus, dass die Volatilität in den Preisen von Kaufoptionen und Verkaufsoptionen angedeutet ist. Ist die Volatilität bei Put und Calls bereits angelegt, nennt man das auch eine implizite Volatilität. Die implizite Volatilität ist ein wichtiges Stichwort, das man beim Trading und vor allem beim CBOE Volatility Index immer wieder liest.


Wie ist der VIX zu interpretieren?

Grob zusammengefasst: Steigt der Vix, ist das auf eine Nachfrage nach Puts zurückzuführen. Sind dagegen Calls gefragter als Puts, fällt der Vix. Das wird als Bullensignal (niedrige Werte) und als Bärenmarkt (hohe Werte) bezeichnet. Man versucht, auf die Signale zu achten. Und für die Gegenspekulanten gilt, dass sie die Signale in ihr Gegenteil verkehren müssen. Die CBOE lässt Gegenspekulation zu.

Normalerweise wird der Vix in ganzen Zahlen ausgedrückt. Liest man aber nun von einem Vix von 22, bedeutet das eine implizite Volatilität von 22 Prozent im SPX. Noch einmal anders formuliert: Vermutlich wird der Index künftig in einer Schwankungsbreite von 22 Prozent über oder unter dem aktuellen Wert gehandelt werden.

Basiswert ist der gewichtete Durchschnitt der monatlichen und wöchentlichen Optionen, die auf den S&P 500 Index gehandelt werden.

Bedingung: Der Verfallstag muss zwischen 23 und 37 Tagen entfernt liegen. Die exakte mathematische Formel ist allerdings extrem komplex. Deshalb erklären wir hier eine vereinfachte Herleitung. Grundsätzlich wird der Vix ermittelt über die gewichteten Preise von kurzlaufenden Put- und Call-Optionen.


Exkurs implizite Volatilität

Die implizite Volatilität ist ein Maß für die Schwankungsbreite des Basiswerts, bemessen an der restlichen Laufzeit einer Option. Wichtig ist das Attribut "implizit". Denn geht es "nur" um die Volatilität, ist damit immer die Momentanstandardabweichung gemeint, die aus den historischen Kursen errechnet wird.

Die implizite Volatilität richtet sich ausdrücklich nach den aktuellen Preisen der Optionen. Da der Vix Index nach europäischen Standardoptionen gehandelt wird, berechnet sich die implizite Volatilität hier nach dem Newton-Raphson-Verfahren.


Was ist der Vix Future?

CBOE Volatility Index Futures werden die Vix Futures auch genannt, das CBOE Global Markets Symbol ist VX. Es handelt sich hierbei um die am häufigsten gehandelten Volatilitäts-Futures-Kontrakte (börsennotiert) weltweit. Mit Vix Futures können Marktteilnehmende auf die künftige Entwicklung der Volatilität des S&P 500 spekulieren. Die Kursnotierung erfolgt beim CBOE Volatility Index Futures in US-Dollar.

Besonderheit: Zur Berechnung des Vix-Index werden nur die SPX-Optionen herangezogen, die an einem Freitag und mit einer Laufzeit von 23 bis 37 Tagen fällig sind. Aus diesen Optionen errechnet sich dann ein 30-Tage-Durchschnitt, der die erwartete Volatilität des S&P 500 darstellt.

Wir unterscheiden zwei Vix Futures:

  • Mit dem Ticker-Symbol VX sind Vix Futures mit der höchsten Liquidität
  • mit dem Ticker-Symbol VXM die Mini Vix Futures.

Beide werden an der CBOE gehandelt.


Wie kann ich in den Vix investieren?

Zuerst einmal ist der CBOEVolatility Index natürlich interessant, weil er Stimmungen des Marktes ziemlich gut abbildet. Aber ein Volatilitätsindex kann natürlich mehr als nur den "Wetterbericht geben".

Der Vix kann gehandelt werden. Vix-Optionen bieten ganz unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Short Puts, Bull Put Spreads und Call Spreads können auf einen steigenden Vix Index gesetzt werden.
  • Short Calls und andere Optionen können auf eine fallende Volatilität gesetzt werden.

Beachten sollte man hierbei, dass die Preise und Deltas der Optionen sich immer auf die Futures beziehen. Calls sind teurer als Puts, weil sich die Marktteilnehmenden gegen steigende Kurse hedgen müssen.


Wo und wie genau wird der CBOE Volatility Index nun gehandelt?

Der Handel findet an der CBOE statt. Zwischen Trader und CBOE sitzt eine Handelsplattform, die über das Internet agiert. Wer sich für den Vix Chart interessiert und gerne investieren will, sollte unbedingt darauf achten, dass die Handelsplattform seriös ist. Eine seriöse Handelsplattform ist erreichbar, und zwar nicht nur über eine Telefonnummer in einem osteuropäischen Land und einen Briefkasten in Großbritannien. Support muss sein.

Eine gute Handelsplattform enthält Training und bietet Tradern und Traderinnen über Demo-Konten die Möglichkeit, sich mit dem Handel auseinanderzusetzen. Auch die Bedingungen der Auszahlung, die allgemeinen Geschäftsbedingungen und vor allem die Sicherheit der Verbindung sollte man sich bei jeder Handelsplattform ganz genau ansehen.

Der VIX kann nicht direkt gehandelt werden, sondern nur über Optionen und Futures. Bild: CBOE
Der VIX kann nicht direkt gehandelt werden, sondern nur über Optionen und Futures. Bild: CBOE 

Die Einzahlung und die Auszahlung sind bei einer seriösen Handelsplattform immer über verschiedene Wege möglich.

In der Regel bietet jede Handelsplattform diese Möglichkeiten an:

  • Einzahlung und Auszahlung über Banküberweisung
  • Einzahlung und Auszahlung über Debitkarten und Kreditkarten
  • Einzahlung und Auszahlung über Sofortüberweisung oder Giropay

Optional kann die Auszahlung auch über Skrill oder Google Pay sowie Apple Pay erfolgen. Manchmal sind Ein- und Auszahlung auch über iDEAL oder andere Dienstleister möglich.

Wichtig zu wissen: Eine direkte Barzahlung akzeptiert die Handelsplattform in der Regel nicht. Und die Auszahlung kann zwei bis drei Werktage dauern, unabhängig vom Weg, den die Auszahlung nimmt. Einzahlungen sind, wie die Auszahlung, bei Banküberweisungen mit einer Bearbeitungszeit von zwei bis drei Tagen belegt.

Einzahlungen über Kredit- und Debitkarte dagegen können innerhalb von Minuten erledigt werden. Das gilt allerdings nicht für die Auszahlung, denn die Handelsplattform benötigt Bearbeitungszeit.

Der Vix Chart ist nicht mit höheren oder geringeren Risiken verbunden als andere Investitionen. Aber beim CBOE Volatility Index geht es eben um einen Volatilitätsindex. Politische Entwicklungen wie Präsidentschaftswahlen sowie Naturkatastrophen und internationale Verwicklungen haben Einfluss auf den Vix Chart.


Was sind ViX-Optionen (Call/Put)

Put und Call bezeichnet die jeweilige Vix-Option um Kauf oder Verkauf. Zusätzlich zu den genannten Bedingungen (Strikes des S&P 500, Laufzeit 23 bis 37 Tage, Fälligkeit an einem Freitag) müssen die Optionen ein weiteres Kriterium erfüllen. Die gültigen Geld- und Briefkurse müssen ungleich null sein.

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Der CBOE hat ein Whitepaper zum VIX herausgegeben, das die Details bis hin zur komplexen mathematischen Herleitung darlegt.

Anders als die Vix Futures hat eine Vix-Option immer einen Multiplikator von 100. Die Optionen beziehen sich auf den Index, aber die Preisstellung richtet sich nach den Futures. Vix-Optionen sind nur bei Verfall ausübbar, denn sie haben einen europäischen Ausübungsstil. Die Abrechnung erfolgt bar.


Kurz zusammengefasst: Was sagt der Vix Index aus und was kann man damit machen?

Der Vix Index bildet die gesamte Schwankungsbreite der Volatilität der S/P 500 ab. Gehandelt über die CBOE, ist der CBOEVolatility Index in Form von Vix Futures oder als Vix-Option handelbar. Dabei sollte man beachten, dass mit Trading immer hohe Risiken verbunden sind.

Wie bei jeder anderen im Trading gehandelten Option auch können in Perioden hoher Volatilität über ein gutes Timing extrem hohe Gewinne erzielt werden. Das Risiko besteht im Totalverlust, denn bei schlechtem Timing sind die Verluste ebenfalls sehr hoch.

Trading verlangt ein hohes Maß an Fachwissen, das hinsichtlich des CBOEVolatility Index über die knapp wiedergegebenen Informationen in diesem Artikel hinausgehen muss. Um den Volatilitätsindex im Trading zu nutzen, sollte man außerdem Reaktionsschnelligkeit und Nervenstärke mitbringen. Die Signale müssen schnell interpretiert werden, die Reaktion sofort erfolgen. Da Trading über eine Handelsplattform online erfolgt, muss die entsprechende Technik vorhanden sein.

Sieht man den Vix Chart "nur" als Barometer, kann man ihn jedoch recht gut als Indikator für die Stimmung an der Börse nutzen. Dabei geht es immer um die USA, denn der Vix gehört zur CBOE.

* Enthält bezahlte Werbelinks .

Haftungsausschluss: Bei allen Inhalten auf Börse.net handelt es sich ausdrücklich nicht um Anlageberatung. Ihre Risikodisposition kann von uns nicht eingeschätzt werden. Der Autor besitzt keines der genannten Wertpapiere. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Falls Sie sich doch zu einem Kauf oder Verkauf entscheiden, handeln Sie immer auf eigenes Risiko.

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